Am: 03.12.2011

Gemeindewanderung spannend gestalten

Strategie, Planung und Vorbereitung - wie ein Wandertag zum Erlebnis für Alle wird

Gemeindebrief-Vorankündigung-1
Vorankündigung des Termins im Gemeindebrief - 2 Monate vorher
Gemeindebrief-Vorankündigung-2
Der Teil einer Schatzkarte - neugierig machen im Gemeindebrief
Gemeindebrief-Vorankündigung-3
Teil 2 der Vorankündigung - einen Monat später im Gemeindebrief
Wegweiser im Gemeindedesign
Wegweiser im Gemeindedesign - das Impressum sorgt für Klarheit
Die später zerschnippelte Karte
Die später zerschnippelte Karte - noch ohne eingezeichnete Verstecke
zur Vorgeschichte

Jedes Jahr gibt es in unserer Gemeinde einen Wandertag. Reihum wird einem Gemeindebesucher die Aufgabe übertragen, eine Örtlichkeit auszusuchen und den Tag zu planen. Wie so etwas aussehen kann und was es alles zu beachten gibt möchte ich Euch exemplarisch an unserem letzten Wandertag zeigen.

zeitliche und örtliche Planung
a) Route (ca. 2-5 Monate vorher)

Alles fängt natürlich mit der Auswahl der Route an. Sie sollte abwechslungsreich, teilweise schattig (falls es ein heißer Sommertag wird) und für Alt und Jung (Kinderwagen) geeignet sein. Die maximale, reine Laufzeit ist mit ca. zwei Stunden begrenzt. Damit das alles ausgekundschaftet werden kann darf schon das ganze Jahr über nach Orten Ausschau gehalten werden. Ein Probelauf (gemütlich aber mit Stoppuhr) versteht sich von selber. Aus diesem Grund wird unsere Gemeindewanderung auch schon am Tag der aktuellen Wanderung für das nächste Jahr vergeben. Nicht vergessen: Die Autos müssen auch irgendwo parken!

b) Rastplätze und Gasthöfe (min. 1 Monat vorher)

Die Route benötigt mindestens eine Platz an dem Pause gemacht werden kann (größere Wiese - betretbar). Am besten inkl. schattiger Bereiche. Hier können auch eine kurze Andacht oder ein kleiner Impuls gegeben werden. Am Ende der Route benötigt es einen Gasthof. Für Gruppen über 10 Personen muss dort unbedingt reserviert werden (bei größeren Gruppen auch mit dem Hinweis auf mehr Personal).

c) Ankündigungen (ab 2 Monate vorher)

Mindestens einen Gemeindebrief vorher sollte ein Artikel mit dem Zeitpunkt und der Ortswahl veröffentlicht werden. Auch ein bisschen neugierig machen bietet sich hier an (s. u.). Am vorletzten und letzten Sonntag wird die Wanderung im Gottesdienst angekündigt - auch hier kann der Spannungsbogen vom Gemeindebrief aufgegriffen werden.

d) Beschilderung (ab 1 Tag vorher)

Der Weg zur Wanderung muss beschildert sein. Wie das aussehen könnte seht ihr an meinem Beispiel. Entweder einen Tag vorher oder am Morgen vor der Wanderung geht es dann raus zum Schilder anbringen (nicht zu lange vorher, sonst werden sie als Behinderung empfunden und abgehängt).

e) Routenvorbereitung (ab 1 Tag vorher)

Gegenstände verstecken, Plätze vorbereiten, Parkplatz reservieren. Dabei sollte mit eingeplant werden, dass die Route evtl. mehrmals abgelaufen werden muss (die Zeit, die für eine Runde benötigt wird, wisst ihr ja bereits).

f) Los gehts

Am besten eine Person am Parkplatz zum Einweisen der Ankommenden bereit stellen.

Praxisbericht

Wie sah das ganze bei uns letztes Jahr aus? Ich wohne am Rand der fränkischen Schweiz - am Fuße des Hetzleser Berges. Eine Route war also nicht schwer zu finden... nur die Frage: Wie mache ich so eine Wanderung, dass sie für alle Generationen spannend wird!?

die Idee

Seit einiger Zeit macht es mir Spaß Bibelquiz zu raten. So etwas wollte ich schon immer mal selber ausprobieren - da bot sich der Wandertag toll an! Nur… wie bringe ich auch die Kinder dazu, mit Begeisterung mit zu machen? Klar! Ein Outdoor-Spiel begeistert Kinder immer und ist perfekt für eine Wanderung geeignet: die Schnitzeljagd. Jetzt brauchte es nur noch eine Geschichte, die Bibelquiz und Schnitzeljagd miteinander verbinden konnte.

der Teaser (Vorgeschichte zum neugierig machen)

Zwei Monate im Voraus gibt es die Eckdaten und eine Anfahrtskizze im Gemeindebrief. Um Jung und Alt etwas neugierig zu machen, wird gleichzeitig der erste Teil einer Schatzkarte abgedruckt. Im Monat danach folgt der Anfang der Geschichte. Wer die Fortsetzung wissen möchte muss sich auf zur Wanderung machen.

die Anfahrtsmarkierung

Am Morgen bringe ich mit Helfern an allen Kreuzungen Hinweisschilder an. Im Copyshop gedruckt, und mit Plastikfolie wasserdicht eingeschweißt, kann es los gehen. Ein Locher stanzt oben und unten Löcher in das Schild, um es mit Kabelbinder zu befestigen zu können. Unser Impressum (Hinweis auf das Abhängedatum) soll Vandalismus eindämmen. 

Routenvorbereitung mit Schnitzeljagdelementen

Ich habe (die im Gemeindebrief schon abgedruckte) Karte dabei. Wir gehen die Route ab und verstecken Zettel mit Fragen in Flaschen (nicht zu einfach). Am Ende wird noch ein Kreuz mit verschlüsseltem Hinweis für die Schatztruhe aufgemalt. Als die Karte mit allen Hinweisen versehen ist, schneide ich sie in so viele Teile, wie Fragen versteckt wurden. Gerade noch rechtzeitig mit den ersten Teilnehmern kommen wir am Parkplatz an.

Ablauf der Schatzsuche mit Quiz

Es geht los. Noch am Parkplatz weise ich die Teilnehmer in die Regeln ein und lese die im Gemeindebrief schon begonnene Einleitungsgeschichte vor. Es muss ein versteckter Anfangsgegenstand gefunden werden (eine kleine Box). Dort drin befindet sich der Start unseres Abenteuers - ein Brief). Danach kommt schon die erste Frage. Dabei müssen sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen eine Frage beantworten. Sind beide Rätsel gelöst bekommen die Kinder den ersten Teil der Karte und können den nächsten Punkt suchen. Dort beginnt das Spiel von vorne. Ich lese den nächsten Teil der Geschichte, es müssen zwei Rätsel/Fragen gelöst werden und der nächste Teil der Karte wird ausgehändigt.

das Finale - die Schatztruhe

Auch wenn sich biblisch die Kurve erst finden lassen muss. Jede Schnitzeljagd braucht eine Schatztruhe! So eine Truhe zu verstecken ist allerdings nicht ganz einfach... vergraben werden sollte sie... nur ist der Boden auf einem Bergplateau so flach! Schweißtreibende 30 Minuten später war aber auch das geschafft. Das nächste Mal vielleicht mehr Zeit einplanen...

Fazit

Natürlich war der Aufwand höher als geplant. Eine Geschichte zu entwickeln und die Fragen heraus zu arbeiten war gar nicht so einfach. Um so mehr hat mich im Ergebnis gefreut, dass die Kids kaum zu bremsen waren. Kein Gequengel oder Fragen wie lange es noch dauert. Außerdem bin ich ja nicht jedes Jahr dran... aber vielleicht lässt sich ja der ein oder andere hier inspirieren.

Tipps
  • Ankündigung in der Gemeinde - Zusammenarbeit mit Gemeindebrief- und Gottesdienst-Team. Möglichst viele ins Boot holen und die Gemeinde frühzeitig neugierig machen
  • Die Route sollte ein paar markante Stellen aufweisen und Abwechslung bieten (Wald, Feld, Türme, Kletterbäume, Segelflughäfen...)
  • Die Kids ruhig etwas suchen lassen... auch mal den falschen Weg eine Zeit lang folgen lassen. Soll schließlich ein Abenteuer werden.
  • Die Karte und der Brief sollen alt sein… sie dürfen auch so aussehen...

Christoph Busch, EFG Forchheim


Dateien zum Herunterladen:

Gemeindewanderung-Brief.pdf

Der am Parkplatz versteckte Anfangsbrief

20 K

Gemeindewanderung-Quiz.pdf

Hier der Text unserer Story mit Quizfragen

69 K

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